Triathlon mit Aortenklappenfehler

Ich (41) habe eine bicuspide Aortenklappe, die zufällig nach einem Übertrainingszustand festgestellt wurde. Vor der Diagnose bin ich fünf Marathons (Bestzeit: 3:25 Stunden) gelaufen und bei Triathlons bis zur Mitteldistanz gestartet. Nach einer Phase mit eher sporadisch betriebenem Ausdauersport würde ich nun gern wieder strukturiert trainieren und 2014 im Kraichgau starten. Kann ich das bedenkenlos machen? Worauf muss ich achten? Seit der Diagnose lasse ich mich jährlich bei einem Sportmediziner durchchecken, aber vielleicht haben Sie noch weitere Tipps für mich.

Beim- Ironman in Frankfurt dürften letzten Sommer etwa 50 Triathleten gestartet sein, die eine bicuspide Aortenklappe haben. Offensichtlich hatte diesmal keiner von ihnen schwerwiegende Probleme, bicuspide Aortenklappen sind aber durchaus eine mögliche Todesursache in Wettkämpfen. Welchen Stellenwert also hat dieser Herzfehler fiir Triathleten? Die Aortenklappe sitzt zwischen dem Herzen und der Aorta, der Hauptschlagader (siehe Abbildung unten), Herzklappen sind Rückschlagventile, die verhindern, dass das Blut in der Herzpause rückwärts fließt.

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Die normale Aortenklappe besteht aus drei annähernd gleich großen Taschen. Die kann man sich wie Schwalbennester aus festem Stoff vorstellen, die dicht nebeneinander in der Aorta sitzen (oben in der folgenden Abbildung). Schlägt das Herz, werden sie an die Gefäßwand gedrückt und machen so den Weg für das Blut frei.

In der Herzpause ist der Blutdruck im Gefäß größer als im Herzen, dadurch werden sie entfaltet. Die Ränder legen sich, wie im Bild zu sehen, dicht aneinander und verhindern so, dass Blut wieder zurückfließt. Die Größe der einzelnen Taschenklappen variiert. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass man zwei größere hat und die dritte kleiner ist. Wenn nur zwei Klappen vorhanden sind, spricht man von einer bicuspiden Aortenklappe. 

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In der Abbildung wird das versachte mechanische Problem erkennbar: Die Klappe kann sich nicht vollständig öffnen und kann dadurch den Blutstrom behindern und so die Herzleistung beeinträchtigen. Oft bleiben Betroffene ein Leben lang beschwerdefrei, es kann aber im Lauf der Jahre auch zu Klappenfehlern, Klappeninfektionen und einer krankhaften Erweiteng der Brustschlagader kommen. Das muss dann, wie bei Ex-Triathlonprofi Normann Stadler, operativ korrigiert werden.

Ob Sport die Entstehung dieser Schäden beeinflusst, ist zurzeit unbekannt. Die Beurteilung der Sporttauglichkeit ist individuell und muss durch sortmedizinisch kompetente Kardiologen erfolgen. Ihr UrteiI hängt ab von der jeweiligen Klappenfunktion, dem Gefäßdurchmesser und der Dynamik der sich möglichweise im zeitlichen Verlauf ändernden Befunde.

Der Arzt beurteilt per Ultralall in Ruhe und, wenn nötig, unter Belastung das Herz und die Brustschlagader und spricht dann eine individuelle sportzogene Empfehlung aus. Diese Konsultation ist allerdings wie eine Sporttauglichkeitsuntersuchung keine Leistung der Krankenkassen und muss daher privat bezahlt werden.

Dr. Karlheinz Herrman
(Plötzlich herzkrank? – Triathlon Training Insider.Coach.Experte Februar März 2014, tt43, S.32-33)

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