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Triathlon, Herzfehler und kardiologische Sportberatung

Im Jahr 2003 wurde bei mir (45) ein leichter Herzklappenfehler (Diagnose: Aorteninsuffizienz und diskrete Mitralinsuffizienz) festgestellt, den ich wohl schon von Geburt an habe. Mein Kardiologe war nicht begeistert, als ich ihm gesagt habe, dass ich einen Marathon laufen möchte. Im April 2014 habe ich den Marathon in 3:45 Stunden gefinisht. Danach wurden per Ultraschall eine mittlerweile mittelschwere Aorteninsuffizienz und Mitralinsuffizienz festgestellt. Außerdem habe ich einen erhöhten Blutdruck. Wieder hat mir der Kardiologe vom Marathonlaufen abgeraten und mir gesagt, ich solle lieber nur Halbmarathons laufen. Auch von Triathlon rät er mir ab. Zurzeit bereite ich mich auf eine Sprintdistanz vor, nächstes Jahr möchte ich eine Mitteldistanz finishen. Ist das überhaupt realistisch?

Alle Amateur- und ProfisportIer mit bekannten oder vermuteten Erkrankungen von Herz oder Kreislauf müssen sich von einem spezialisierten Kardiologen untersuchen lassen, bevor ein Training begonnen oder fortgeführt wird. Das ist sinnvoll, weil beim Sport eine Druck- oder Volumenüberlastung des Kreislaufs eintreten kann, die das übliche Maß bei Weitem überschreitet. Extreme körperliche Anstrengungen können schwerwiegende und auch tödliche Ereignisse auslösen, auch wenn Sie zuvor beschwerdefrei waren. Bisherige gute Wettkampfergebnisse oder Trainingserfolge sind also in keiner Weise beruhigend.

Die Abschätzung des Gesundheitsrisikos bei solchen Erkrankungen ist komplex und basiert auf Empfehlungen der sportmedizinischen Arbeitsgruppen der kardiologischen Fachvereinigungen. Die Empfehlungen sind so verfasst, als ob immer nur eine Erkrankung vorläge. Betrachtet wird also ein Sportler, der nur einen Mitralklappenfehler oder nur einen Aortenklappenfehler oder nur Bluthochdruck hat. Sind mehrere Fehlfunktionen vorhanden, steigt das Gesamtrisiko natürlich – in Ihrem Fall durch jede Ihrer drei Erkrankungen. Herzklappenfehler werden mit der Zeit nicht besser und heilen nicht. Und Sport kann Herzklappenfehler verschlimmern. Die von Ihnen erwähnte Zunahme der Klappenfehler lässt erkennen, dass Sie gesundheitlich keineswegs stabil sind und eine weitere Verschlechterung befürchtet werden muss.

Bei der kardiologischen Sportberatung wird selbstverständlich die ausgeübte Sportart berücksichtigt. Sprint- und Mitteldistanzen im Triathlon werden bei der Risikobeurteilung gleich bewertet.

Dr. Karlheinz Herrmann
(Herzfehler: Nie wieder Triathlon? – Triathlon Training Insider.Coach.Experte Oktober 2014, Nr 47, S.38)

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