Sportler Check

Ich bin 38 und würde gern wieder mehr Sport machen, vielleicht Triathlon. Ein Bekannter riet mir, mich vorher von einem Sportarzt untersuchen zu lassen. Ist das wirklich nötig? Ich habe zwar jahrelang keinen Ausdauersport gemacht, fühle mich aber gut und habe zum Beispiel nie geraucht. Was wird bei so einer Untersuchung gemacht?

Bei größeren körperlichen Anforderungen werden alltägliche Belastungsgrenzen überschritten, und Gesundheitsstörungen können ausgelöst werden. Der sportärztliche Check soll solche Risiken mindern oder vermeiden helfen. Eine erhöhte Gefährdung wurde bei Neu- und Wiedereinsteigern sowie bei älteren Personen nachgewiesen, deshalb hat Ihr Bekannter durchaus Recht. Manchmal werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen – angeborene oder erworbene – nämlich nicht entdeckt, da sie keine Beschwerden verursachen. So war es ja zum Beispiel auch beim zweifachen Hawaiisieger Normann Stadler der Fall. Die Deutsche Gesellschaft für Sport und Prävention empfiehlt eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung ab einem Alter von 35 Jahren, bei Verdachtsfällen und Unklarheiten natürlich schon früher. Den Nutzen solcher Checks beweisen übrigens sehr eindrucksvoll die Italiener: Seit sie dort für alle Wettkampfsportler gesetzlich verpflichtend sind, ist die Anzahl der plötzlichen Todesfälle beim Sport auf etwa zehn Prozent des Ausgangswerts gesunken. Ein sportärztlicher Check sollte sportartspezifisch sein und umfassende kardiologische und orthopädische Untersuchungen beinhalten. Auch die Intensität Ihrer Trainingseinheiten und Wettkämpfe sollte dabei berücksichtigt werden (vgl. „S-l Leitlinie Vorsorgeuntersuchung Sport“ unter www.dgsp.de/sportaerztliche-untersuchung.php). Wichtig ist, dass der Arzt ein EKG durchführt, das bei Auffälligkeiten von einem sportmedizinisch versierten Arzt beurteilt wird – Sportler-EKGs haben ihre Besonderheiten. Ein zusätzliches EKG unter Belastung wird Männern über 40 und Frauen über 55 grundsätzlich empfohlen. Bei einer mehr als durchschnittlichen Trainingsbelastung sollte auch ein Ultraschall des Herzens erfolgen. Die Kosten für eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung fallen je nach Praxis und Umfang unterschiedlich aus. Sie müssen sie aber selber tragen, denn so ein Check zählt zu den sogenannten IGeL (individuelle Gesundheitsleistungen) und wird von den meisten Krankenkassen nicht erstattet. Fragen Sie aber ruhig gezielt bei Ihrer Gesellschaft nach – einige Unternehmen beteiligen sich dann doch an den Kosten.

Dr. Karlheinz Herrmann
(Sportärztlicher Check – Triathlon Insider.Coach.Experte August 2013, Nr 113, S.66)

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