Laktattest

… und das noch bessere Training durch Spiroergometrie in Stuttgart

Ich werde Ihnen diese Behauptung erklären. Zunächst eine kurze Erklärung zum Laktat.

Der Laktattest ist eine herkömmliche Methode zur Training- und Wettkampfsteuerung. Laktat ( = Milchsäure) entsteht vermehrt bei Belastungen. Der Laktattest erfaßt den Anstieg der Laktatwerte im Blut bei zunehmender körperlicher Belastung. Der Anstieg spiegelt die zunehmende Energiebereitstellung für die beanspruchte Muskulatur aus Zucker wieder. Es wird ab einer bestimmten und individuellen Leistung mehr Energie gewonnen, als durch Energiefreisetzung durch Verbrennung von Zucker mit Sauerstoff allein möglich wäre.

Unter Ruhebedingungen liegt der Laktatwert im Blut bei einem bis zwei mmol/l. Die Trainingsintensität, die den Laktatwert nicht erkennbar über diesen Ausgangswert ansteigen lässt, wird als aerob bezeichnet. Bei höherer Belastung wird aus dem Muskel mehr Laktat freigesetzt, der Laktatspiegel im Blut steigt an. Laktat ist energiereich und kann als Energieträger von anderen Organen, z.B. dem Herz, genutzt werden.

Der so stattfindende Abbau von Laktat ist jedoch begrenzt. Wenn diese Abbaukapazität überschritten wird, kommt es zum Anstieg des Laktats im Blut. Durch diesen Anstieg der Milchsäure wird aber die Energiegewinnung in der Muskelzelle gebremst und wirkt somit leistungsbegrenzend.

Mit dem Laktattest kann eine nur qualitative Absicherung des Trainingerfolgs für die folgenden Wettkämpfe erfolgen, die Beurteilung des Trainingsfortschritts ist auch nur qualitativ möglich.

Wichtig ist, daß der Test sportartspezifisch durchgeführt wird, d.h. ein Laufsportler muß auf’s Laufband, der Radsportler auf ein Fahrrad.

Beurteilung

Der Laktattest ist weithin bekannt. Wir führen ihn weiterhin auf speziellem Wunsch sowohl auf dem Laufband, als auch auf dem Sport-Fahrradergometer durch. Dieser Test wäre z.B. weiterhin sinnvoll, wenn Vergleiche zu älteren Laktattests nötig sind, um einen Trainingsfortschritt zu beurteilen oder um z.B. die Wettkampfplanung zu optimieren.

Allerdings hat der Laktattest seine Bedeutung stark eingebüßt und wird heute von Fachleuten sehr kritisch gesehen.

Lesen Sie dazu z.B. den Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 6.7.2008 zum Thema: Ist der Laktattest noch zeitgemäß?.

Die Ergospirometrie hat im Vergleich den Vorteil nicht lediglich qualitative Aussagen, sondern quantitative Meßwerte zu liefern. Mit ihr kann nicht nur den aeroben und anaeroben Bereich zuverlässiger ermitteln. Sie erlaubt auch Aussagen, die dem Laktattest nicht möglich sind: z.B. eine objektive Messung der Fitness durch Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahme und Festlegung der Trainingsschwelle.

Die Ergospirometrie wird von uns daher als Regeluntersuchung bevorzugt, sie ist für den Sportler nur wenig teurer aber wesentlich aussagekräftiger als der Laktattest.